Pressemitteilung: Streitpunkt Broschüre "Muslimische Kinder in der Schule":
Grundsätze der Religionsfreiheit müssen für alle Kinder gelten (19.01.2011)
Die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration Rheinland-Pfalz (AGARP) und der Initiativausschuss für Migrationspolitik haben ihr Unverständnis über die Kritik der CDU-Landesvorsitzenden Julia Klöckner zur Broschüre über muslimische Kinder in der Schule zum Ausdruck gebracht. Beide Verbände waren selbst an der Entwicklung dieser Broschüre beteiligt, an der auch Vertreter aller Regionsgemeinschaften mitgewirkt haben.
Die Broschüre greift Themen auf, wonach viele Schulen und Lehrkräfte nachfragen, um ihren Schulalltag verantwortungsvoll zu gestalten. "Wir haben noch von keiner Schule gehört, dass sie mit dem Inhalt der Handreichung Probleme habe", so Vito Contento, Vorsitzender der AGARP. "Die Informationen und Anregungen der Broschüre bevormunden niemand und geben keine Patentrezepte vor, sondern verstehen sich als Grundlage für das Erarbeiten von Lösungen, die Lehrkräfte, Schüler sowie Eltern gemeinsam für ihre Schule finden müssen.
Die AGARP und der Initiativausschuss erinnern daran, dass fast gleichlautende Empfehlungen bereits 2009 von der Deutschen Islamkonferenz formuliert worden seien. "Wenn Frau Klöckner die rheinland-pfälzische Broschüre als "weltfremd" bezeichnet, sollte sie wissen, dass diese Empfehlungen vom damaligen Vorsitzenden der Deutschen Islamkonferenz, ihrem Parteikollegen Bundesinnenminister Dr. Schäuble, mitgetragen wurde.", so Roland Graßhoff, Geschäftsführer des Initiativausschusses. Das Land Rheinland-Pfalz sei somit das erste Bundesland, das diesen Impuls der Deutschen Islamkonferenz aufgegriffen und in einem breiten Dialog umgesetzt habe.
Beide Verbände warnen davor, aus wahlkampftaktischen Gründen Konflikte in den sensiblen Bereich der Schule hineinzutragen. Es gehe nicht darum, für muslimische Kinder Sonderrechte zu fordern, sondern bestehende verfassungsrechtliche Grundsätze im Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt in der Schule auch auf Kinder mit muslimischem Glauben zu übertragen. "Wenn Frau Klöckner von "antiaufklärerischen" Inhalten in der Broschüre spricht, dann mag das ihrem engen Weltbild entsprechen. Für uns bedeutet Aufklärung, unterschiedliche weltanschauliche und religiöse Haltungen zu respektieren und im Dialog gemeinsame und vernünftige Lösungen für das Miteinander zu entwickeln. Genau das verfolgt die diskutierte Broschüre", so Contento und Graßhoff.
Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration RLP (AGARP)
Initiativausschuss für Migrationspolitik Rheinland-Pfalz
Pressemitteilung von Malu Dreyer: Dreyer bittet Kanzlerin Merkel, zur Versachlichung der Integrationsdebatte beizutragen. (21.01.2011)
Faltblatt Muslimische Kinder und Jugendliche in der Schule – Informationen, Orientierungen und Empfehlungen
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